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Diamantenes Priesterjubiläum

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  • Prälat Mag. Josef Eichinger 60 Jahre Priester!

    Praelat Eichinger Diamantenes Priesterjubilaeum 12Prälat Mag. Josef Eichinger feierte am 7.September 2014 in Wien mit den Filipowaern sein diamantenes Priesterjubiläum. Über 90 Landsleute kamen in die Herz Jesu Kirche, Wien 3, nahe dem Haus der Heimat, um mit dem Jubilar die Hl. Messe zu feiern. Nach dem Gottesdienst ging es ins nahegelegene Haus der Heimat. Im schön geschmückten Saal feierten 86 Landsleute mit dem Jubilar und vier seiner Brüder.

    Wie üblich bei so einer Feier gab es ein sehr gutes, reichliches Kuchenbüfett, guten Kaffee und andere Getränke. Zum Feiern danach gehört auch Plaudern, viel Durcheinander-Reden, weil man sich schon lange nicht gesehen hat und auch alles Neue wissen will. Ein Lob an das Veranstaltungsteam des Festes, das alles so gut organisiert hat. Das ist wieder so etwas, was für die „Filipowaer“ kennzeichnend ist. Man tut, was zu tun ist und hängt es nicht gleich an die große Glocke. Aber wenn man es tut, macht man es ordentlich und zu hundert Prozent. Und „Geehrt-Werden“ ist zwar schön und man freut sich auch, aber trotzdem ist im „Mittelpunkt-Stehen“ für viele nicht das Richtige.

    Kurz, was dem Chronist zum Jubilar einfällt:

    Prälat Mag. Josef Eichinger ist der Älteste von sieben Brüdern und kam am 13. November 1927 in Filipowa auf die Welt. Seine Eltern sind Josef und Magdalena Eichinger (geb. Eichinger). Nach den 4 Volksschulklassen in Filipowa ging er zwei Jahre bei den Jesuiten in Travnik ins Gymnasium (Unterrichtssprache: Serbo-Kroatisch). Bedingt durch die Kriegsereignisse war er ab der 3.Klasse im Gymnasium der Jesuiten in Kalocsa (Unterrichtssprache: Ungarisch). 1944 dann Musterung für das letzte Aufgebot zur SS. Sein Glück war aber, dass er schon wieder in Kalocsa war als der Einberufungsbefehl kam.

    Am 25.November 1944, dem Tag des Massenmordes an 212 Filipowaern, war er auf Robot auf dem Flugplatz bei Stapari. Das Schicksal meinte es gut mit ihm. Nach der Vertreibung am 31.März 1945 war er in den Lagern Filipowa, Hodschag und Sombor. Von Sombor gelang die Flucht nach Kalocsa, Ungarn.

    Im Juli 1947 Flucht mit der Familie nach Österreich. Die restliche Gymnasialzeit (7. Und 8.Klasse) mit Maturaabschluss verbrachte er im Stift Seitenstetten. Am 29.Juni 1954 erhielt er die Priesterweihe in St. Pölten. Die Primiz feierte er am 3.Juli 1954 in Retz, wo seine Familie mit anderen Filipowaern als Gutsarbeiter eine erste Bleibe gefunden hatte. Seine Kaplanjahre verbrachte er in Haag, Gföhl und Tulln. 1961 wurde er Diözesanseelsorger der katholischen Arbeiter- und studierenden Jugend der Diözese St.Pölten. Prälat Eichinger war 20 Jahre geistlicher Assistent der Katholischen Hörfunk- und Fernsehkommission und Konsulent im ORF.

    Höhepunkt dieser Laufbahn war der Papstbesuch im September 1983.

    Im September 1978 wurde er Obmann des Pressevereines und Aufsichtratvorsitzender des NÖ Pressehauses. Nach 36 Jahren legte er 2014 dieses Amt nieder. Seit 29 Jahren ist er Leiter und Chefredakteur der St. Pöltner Kirchenzeitung „KIRCHE BUNT“.

    Seine Vorstellung - Priester zu sein - war die Pfarrseelsorge.

    Prälat Mag. Josef Eichinger ist ein Gründungsmitglied des Vereins der Filipowaer in Österreich und hat den Verein bis heute als Seelsorger begleitet. Seine Aktivitäten im Verein sind vielfältig: Totenfeiern, Treffen, Adventfeiern, Wallfahrten nach Altötting, nach Doroslo, nach Gakowa, nach Maria Kemend (Ungarn), usw.

    Höhepunkte seines seelsorglichen Wirkens sind:

    • Der Dankgottesdienste in der Münchner Liebfrauenkirche mit 5000 Teilnehmern der nach Russland verschleppten Heimkehrer.
    • Die ökomenische Feier in Sindelfingen anlässlich der Präsentation des 3.Bandes der Leidensgeschichte der Donauschwaben mit den über 60 000Toten. Der Band wird als schriftlicher „Friedhof“ der Donauschwaben bezeichnet.
    • Prediger und Zelebrant beim Weltkongress der Donauschwaben in Ungarn
    • Denkmal in Mähren
    • Segnungen und Errichtungen von Gedenkstätten:

    2004: Denkmal auf dem Massenfriedhof in Gokowa.

    2007: Denkmal auf dem Filipowaer Friedhof.

    2011: Denkmal auf der Heuwiese

    2014: Gedenkfeier auf der Heuwiese zum 70. Jahrestags des Massakers an den 212 Männern

    Und wie es im Verein der Filipowaer in Österreich heißt: Er ist der Pfarrer der Filipowaer!

    Also doch ein Pfarrseelsorger!

    Letzte Änderung am Dienstag, 06 Januar 2015 10:59